Die Sage 100 befindet sich mitten in einem der größten technologischen Umbrüche ihrer Geschichte. Was lange als parallele Alternative zum klassischen Access-Client existierte, entwickelt sich jetzt mit hoher Geschwindigkeit zum neuen Standard: der Smart Client.
Mit dem aktuellen Update wird deutlich, wohin die Reise geht. Die Funktionalität wächst spürbar, Lücken schließen sich, und der Alltag vieler Anwender lässt sich zunehmend vollständig im Browser oder modernen UI abbilden. Gleichzeitig ist das strategische Ziel klar formuliert: Bis Frühjahr 2027 will Sage komplett unabhängig von Microsoft Access werden.
Dieser Artikel beleuchtet, wo der Smart Client heute steht, was das aktuelle Update bringt – und warum man schon jetzt über die Zukunft nachdenken sollte.
Vom Zusatzmodul zur zentralen Plattform
Der Smart Client begann ursprünglich als Ergänzung. Ziel war es, moderne Benutzeroberflächen bereitzustellen, ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen und die Abhängigkeit von lokalen Installationen zu reduzieren.
In den ersten Jahren war die Realität oft eine hybride Welt. Bestimmte Funktionen waren ausschließlich im Access Client verfügbar, während andere bereits im Smart Client genutzt werden konnten.
Genau hier setzt die aktuelle Entwicklung an. Sage treibt die funktionale Gleichstellung massiv voran, um den Wechsel so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Ein Meilenstein: Die neuen Funktionen im Smart Client
Mit der aktuellen Version erreicht der Smart Client einen wichtigen Reifegrad. Insbesondere in der Warenwirtschaft wird deutlich, wie ernst es Sage mit der Transformation meint.
Folgende Kernfunktionen stehen nun im Smart Client zur Verfügung:
- Stapeldruck und Einzeldruck
- Beleg- und Vorgangsübernahme
- Variantenvorlagen
- Variantenmatrix in der Belegerfassung
Diese Funktionen gehören zu den zentralen Arbeitsabläufen in vielen Unternehmen. Ihre Verfügbarkeit im Smart Client bedeutet für viele Anwender erstmals die Möglichkeit, den Access Client im Tagesgeschäft weitgehend zu verlassen.
Gerade die Variantenmatrix ist ein gutes Beispiel: Was früher als komplexe Eingabe im klassischen Dialog erfolgte, lässt sich jetzt deutlich moderner und oft intuitiver abbilden.
Einschränkungen mit xRM – und wie man damit umgeht
Trotz aller Fortschritte gibt es aktuell noch Bereiche, in denen der Smart Client nicht vollständig gleichzieht.
Ein konkretes Beispiel ist die Nutzung in Kombination mit einer xRM-Lizenz. Hier gilt derzeit:
- Belege ohne xRM-Bezug können vollständig bearbeitet werden
- Belege mit xRM-Bezug sind aktuell nur im Lesemodus verfügbar
Der Hintergrund ist technisch begründet. Bestimmte Systemfunktionalitäten im xRM-Bereich sind noch nicht vollständig Access-unabhängig umgesetzt.
Die gute Nachricht ist jedoch: Der parallele Einsatz beider Clients ist weiterhin möglich. Unternehmen können also bereits heute produktiv mit dem Smart Client arbeiten, ohne auf bestehende Prozesse verzichten zu müssen.
Rechnungswesen zieht nach
Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Erweiterung im Rechnungswesen. Auch hier wurden zahlreiche Funktionen in den Smart Client überführt, darunter:
- Anlagevermögen
- DATEV-Grundlagen
- Bilanzauswertungen und Kontennachweise
- Umsatzsteuerjournal
- Vorsteuervergütung
- Kostenvergleiche
Damit wird ein Bereich erschlossen, der für viele Unternehmen geschäftskritisch ist. Die Verlagerung in den Smart Client zeigt deutlich, dass Sage nicht nur operative Prozesse modernisiert, sondern auch die finanzielle Steuerung vollständig in die neue Plattform überführt.
Mehr Komfort im Detail: Sammelmappen und DMS
Neben den großen Funktionsblöcken gibt es auch viele kleinere Verbesserungen, die in der Summe einen großen Unterschied machen.
Ein Beispiel sind die Sammelmappen. Die dazugehörigen Unterdialoge stehen jetzt ebenfalls im Smart Client zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist hier die neue Drag-and-Drop-Funktionalität, die den Umgang mit Dokumenten deutlich vereinfacht.
Auch im Bereich Dokumentenmanagement geht es voran. Die Ablage externer Dokumente im DMS wurde in den Smart Client integriert. Damit wird ein weiterer wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit zugänglich gemacht.
Produktion und xRM: Der nächste Schritt ist sichtbar
Auch wenn noch nicht alle Funktionen vollständig umgesetzt sind, stehen bereits erste Produktionsdialoge sowie Teile der xRM-Funktionalität im Smart Client zur Verfügung.
Das ist ein klares Signal: Die Transformation erfolgt nicht punktuell, sondern systematisch über alle Module hinweg.
Unternehmen, die stark in diesen Bereichen arbeiten, sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen. Denn gerade hier wird sich in den kommenden Versionen besonders viel tun.
Der Blick nach vorn: 2027 im Fokus
Das Ziel, bis Frühjahr 2027 vollständig auf Access zu verzichten, ist ambitioniert – aber aus heutiger Sicht erreichbar.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Keine Abhängigkeit von Microsoft Access
- Moderne Benutzeroberfläche
- Bessere Performance in verteilten Umgebungen
- Vereinfachte Updates und Wartung
- Zukunftssicherheit
Für Unternehmen bedeutet das jedoch auch, sich frühzeitig mit der Umstellung zu beschäftigen. Der Wechsel wird kein klassischer „Big Bang" sein, sondern ein schrittweiser Prozess.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Die aktuelle Phase ist ideal, um sich strategisch aufzustellen.
Smart Client aktiv nutzen
Wer den Smart Client heute noch nicht regelmäßig einsetzt, sollte damit beginnen. Nur so lassen sich Erfahrungen sammeln und Prozesse bewerten.
Hybride Nutzung akzeptieren
Die parallele Nutzung beider Clients ist aktuell der Normalfall. Genau dafür ist die Systemlandschaft ausgelegt.
Prozesse prüfen
Welche Abläufe funktionieren bereits vollständig im Smart Client? Wo gibt es noch Abhängigkeiten? Diese Fragen liefern wichtige Entscheidungsgrundlagen.
Mitarbeiter einbinden
Der Erfolg der Umstellung hängt stark von der Akzeptanz der Anwender ab. Frühzeitige Schulung und Einbindung sind entscheidend.
Fazit: Erwachsen geworden – und noch nicht am Ende
Der Titel dieses Artikels ist bewusst gewählt. Der Smart Client ist nicht mehr nur ein „Nice-to-have". Er ist erwachsen geworden.
Mit jedem Update wird deutlicher, dass Sage den Wandel konsequent vorantreibt. Die funktionalen Fortschritte sind sichtbar, die Strategie ist klar und der Zeitplan gesetzt.
Gleichzeitig ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Einige Abhängigkeiten bestehen weiterhin, insbesondere im Zusammenspiel mit xRM. Doch genau dafür gibt es die Übergangsphase.
Wer sich heute mit dem Smart Client beschäftigt, ist morgen im Vorteil.
Denn eines steht fest: Die Zukunft der Sage 100 ist nicht mehr grau und formularbasiert – sie ist modern, flexibel und vor allem Access-frei.
Fragen zur Umstellung auf den Smart Client? Kontaktieren Sie uns – wir begleiten Sie auf dem Weg in die Access-freie Sage 100.



